„Meldestufe 2" sagt mehr über die Lage aus als jeder Zentimeterwert — denn die Stufe ist bereits die Bewertung des Wasserstands für genau diesen Pegel. Dieser Ratgeber erklärt, was die vier Stufen bedeuten und warum sich die zugehörigen Pegelwerte von Land zu Land unterscheiden.
Was die Meldestufen aussagen
Die Meldestufen fassen zusammen, welche Auswirkungen bei einem bestimmten Wasserstand zu erwarten sind. Sinngemäß — und je nach Land im Detail verschieden — bedeuten sie:
- Meldestufe 1: erste Ausuferungen, meist nur auf unbebaute Uferflächen.
- Meldestufe 2: Überflutung land- und forstwirtschaftlicher Flächen, einzelne Verkehrsbehinderungen.
- Meldestufe 3: bebaute Grundstücke und überörtliche Straßen werden betroffen.
- Meldestufe 4: großräumige Überflutung, erhebliche Schäden möglich.
Warum die Pegelwerte je Bundesland verschieden sind
Hochwasserschutz ist in Deutschland Ländersache. Jedes Bundesland legt die Auslöse-Wasserstände der Meldestufen für jeden Pegel einzeln fest — abgestimmt auf die örtliche Geländehöhe, Bebauung und Gefährdung. Deshalb lässt sich von der reinen Zentimeterzahl nicht auf die Stufe schließen, und zwei Pegel mit gleichem Wasserstand können in völlig unterschiedlichen Stufen liegen. Wie der Wasserstand selbst zustande kommt, erklärt der Ratgeber Pegelstände richtig lesen.
Meldestufe ist nicht gleich Wasserstand
Der Wasserstand ist die Messung, die Meldestufe ist die behördliche Bewertung dieser Messung. Erst die Stufe übersetzt die Zahl in eine Gefährdungsaussage — und nur sie ist sinnvoll über Pegelgrenzen hinweg vergleichbar.
Wo die amtlichen Warnungen herkommen
Die verbindlichen Einstufungen und Warnungen kommen von den Hochwasserzentralen der Länder, gebündelt über hochwasserzentralen.de. Fluvigil zeigt die Einstufung vieler Landespegel auf der Karte farblich an, ersetzt aber keine amtliche Warnung — im Ernstfall gelten die behördlichen Meldungen und die Warn-App NINA.